Buchenstein ist eine Larpgemeinschaft die nicht wie gewohnt aus einer Gruppe besteht, sondern sich auch mehreren zusammensetzt und in erster Linie auf Schlachtenveranstaltungen und Armeespiel ausgelegt ist.
Die Idee hierzu kam ca. 2001 auf eben jenen Schlachtenveranstaltungen auf, an denen verschiedene Gruppen mit altbekannten Problemen solcher Spiele zu kämpfen hatten: das Sterben altgeliebter und lange gespielter Charaktere, die Darstellung wirklicher Einheiten in vernünftigen Größen, die große Anzahl an Offizieren samt deren gerade mal 3 Mann starken Gruppen, die dadurch resultierenden Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten bei Lagebesprechungen und natürlich das übliche Chaos auf den Schlachtfeldern von einer nicht auf sich eingespielten Armee, sowie zu vielen unterschiedlichen Befehlen in der Schlacht. Aufgrund sinkender Spiellust und einiger enttäuschender Veranstaltungen, verabredeten sich einige Gruppen das nächste mal statt mit vielen kleinen individuellen Einheiten unterschiedlichster Hintergründe, zusammen als eine Armee zu fahren um ein stimmigeres Spiel zu erreichen. Dabei wurde vereinbart, dass man sich neue Charaktere nur für diesen Zweck erstellt, vor allem in der Hinsicht diese wirklich auch in Schlachten zu verlieren. Ein Name für die Gruppe wurde auch schnell gefunden. Da die meisten Mitspieler aus Nürnberg und den Ortsteilen Buchenbühl und Ziegelstein stammten, setzte man kurzum die Namen einfach zusammen und erhielt auf diese Weise den Namen Buchenstein. Die Farben der Truppe wurden eher zufällig ausgewählt. Da gerade in der fränkischen Region rot und schwarz sehr in Mode waren, haben wir uns einfach für etwas entschieden das wir bisher auf Veranstaltungen noch nicht oder kaum gesehen hatten und das war nun mal blau und weiß.
Buchenstein bietet ein klassisches Armeespiel, das allerdings mit sehr viel Augenzwinkern betrachtet werden muss. Wir bedienen uns bewusst vieler diverser Klischees und spielen auf eine meist mehr oder weniger humorvolle und selbstironische Weise. Ungewöhnlich ist vielleicht, dass dem Tod eines Soldaten in erster Linie keine große Bedeutung geschenkt wird. Der Hintergrundgedanke dabei ist, dass es bei LARP Veranstaltungen in den meisten Fällen nach einer Schlacht eigentlich zu wenige Todesfälle auf Spielerseite gibt. Da Buchensteiner Soldaten Charaktere sind, die für Kämpfe und Schlachten ausgelegt sind, ist der Tod eines solchen kein tragischer Verlust und kann somit zum realistischen Ambiente einer Kriegssituation beitragen. Da die Lebenserwartung eines Buchensteiner Soldaten eher gering ist sammeln die Charaktere weder Punkte noch Fähigkeiten und können so jederzeit „ersetzt“ werden. Das heißt, sollte ein Buchensteiner sterben, so ist für ihn die Veranstaltung nicht zu Ende. Die Buchensteiner Armee rekrutiert aufgrund der doch etwas höheren Verlustrate ständig neue Soldaten nach. Es eröffnen sich so völlig neue Spielmöglichkeiten, da man sich ohne Bedenken auch einmal für seinen Offizier oder der Sache opfern bzw. waghalsige Taktiken fahren oder sich auch freiwillig für ein Himmelfahrtskommando melden kann. Die Spieler haben die Möglichkeit ein neues Erlebnis der Schlacht zu erfahren, durch herbe Verluste auf der eigene Seite oder auch den Anblick von Männern, die in der ersten Angriffswelle einfach niedergemacht werden, nur weil sie ihre Befehle befolgt haben. Wer den Film Starship Troopers gesehen hat, hat ein ziemlich gutes Bild davon auf welche Weise man die Buchensteiner Armee betrachten muss. Natürlich ist nichts davon ernst gemeint, es ist und bleibt das alles ein Spiel.
Am Wichtigsten sind uns natürlich der Spaß am Spiel und die Kameradschaft untereinander.Zu viele LARPer streiten auf Veranstaltungen wegen den kleinsten Kleinigkeiten und das bei einem Spiel, bei welchem es im Grunde um gar nichts geht.
Ein großes Anliegen ist uns allerdings das Ausspielen von Situationen, der Magie und des Kampfes mit allen seinen Facetten. Wir versuchen schon seit langem intensiv den Kampf schöner zu gestalten, indem man nicht stupide Rüstpunkte zählt, sondern je nach Situation realistisch reagiert, Treffer deutlich ausspielt und bei einem schönen auch gleich in die Knie geht oder eben das Zeitliche segnet. Leider ist es eine unschöne Sache, dass gerade im Kampf oftmals das Rollenspiel völlig außer Acht gelassen wird und das Spiel sehr schnell zu outtime, Diskussion und Unstimmigkeit führt bzw. Charakterkonzepte verbogen werden aus Angst man könnte sterben.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Zusammenspiel. Wir finden es wichtig im Spiel den Kontakt zu anderen Gruppen zu suchen, denn schließlich spielt man Rollenspiel miteinander und nicht gegeneinander. Wir versuchen nicht wichtige Informationen für uns zu behalten und den Plot alleine zu lösen, sondern gemeinsam mit allen anderen Spielern an das gewünschte Ziel zu kommen und somit allen ein tolles Erlebnis zu ermöglichen.
Mitmachen kann im Prinzip jeder, der Spaß an der Idee und am Armeespiel findet. Buchenstein ist bewusst völlig offen gestaltet und ermöglicht es sowohl einzelnen als auch ganzen Gruppen Anschluss zu finden. Das Grundkonzept soll eben verschiedensten Larpern ermöglichen einmal völlig frei und furchtlos in eine Schlacht ziehen zu können, ohne sich um seinen Charakter oder seine Gruppe sorgen machen zu müssen. Wir werden bestehende Gruppen auch nicht auseinander reißen und anderen Einheiten so ohne weiteres eingliedern. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es gerade zu Beginn für Neulinge leichter ist sich in das Spiel zu integrieren wenn sie Menschen um sich haben, die sie kennen und zudem kämpfen eingespielte Gruppen zumeist auch besser zusammen. Zudem kann jede Gruppe auch einen Offizier stellen, der diese anführt, denn meist fällt es auch einfacher den Befehlen von jemanden zu folgen den man kennt, als irgendeinem wild fremden. Somit bleibt es jedem selbst überlassen, inwiefern er sich bei Buchenstein beteiligen möchte. Wir sind auch immer offen für neue Ideen und Spielkonzepte, solange sie in den Hintergrund der Truppe einzugliedern sind. Natürlich hat aber auch alles seine Grenzen, denn wir wollen ja eben große Armeeblöcke fördern und lauter kleine Miniatureinheiten vermeiden. Sollte Interesse bestehen ist es am besten E-mail Kontakt mit uns aufzunehmen oder sollte man sich in der Region befinden einmal bei unserem Waffentraining vorbei zu sehen.
Das große Punkt ist, dass wir versuchen ein Armeespiel zu gestalten, bei der ein Soldat eben nur ein Soldat und somit austauschbar ist. Die Soldaten sind dem König treu ergeben und somit muss man Befehle ohne Nachfragen, Gewissenskonflikte und Moraldiskussionen auszuführen auch wenn sie noch so schwachsinnig sind. Aber keine Angst es wird NIEMALS von irgendjemanden etwas Menschenverachtendes oder Ähnliches verlangt, schließlich wollen wir alle nur Spaß haben. Ein Armeespiel funktioniert leider nur, wenn auch alle mitspielen, denn beim LARP hat man nun mal keine reale Autorität. Wenn euch also etwas zu weit geht oder ihr etwas nicht machen möchtet dann teilt es sofort mit! Es wird niemand zu irgendetwas gezwungen werden, dass er outtime nicht machen will. Da man sich allerdings in einer Armee befindet muss man natürlich rechnen auch mal angeschrien zu werden oder lange Nächte Wache zu schieben, ganz zu schweigen von ab und an etwas Dreck. Wichtig ist wie schon gesagt das alles mit Humor zu nehmen, denn dass der Spaßfaktor im Vordergrund steht kann man immer nur wieder betonen Wenn jemand mit dem Spiel einfach nicht zurechtkommt, kann er jederzeit aussteigen. Wer nicht klar damit kommt, sich einfach mal von Anderen anführen zu lassen und nicht seinen eigenen Kopf durchzusetzen, soll sich ernsthaft überlegen ob er hier richtig ist oder gar nicht erst mitmachen. Wir sind wie bereits gesagt offen für neues, jedoch wird ein gesamtes umkrempeln der Strukturen und Spielidee nicht zugelassen
Um einen leichten Einstieg zu ermöglichen, haben wir beschlossen, dass jeder nur das Grundlegendste und für das Spiel relevante als Ausrüstung besitzen sollte: einen Helm (in erster Linie erstmal egal was für einer), eine Waffe und irgendetwas blau/weißes das ihn als Mitglied der Armee auszeichnet. Alles andere ist optional. Natürlich pflegen auch wir einen bestimmten Stil, aber wir vertreten die Ansicht, dass jedem die Teilnahme ermöglicht werden sollte, ohne sich in riesige Kosten stürzen zu müssen. Entschließt man sich jedoch längerfristig bei Buchenstein mitzuspielen, wäre es schön wenn man seine Ausrüstung dem gängigen Stil anpasst, was aber keine Pflicht oder Voraussetzung ist. Wenn man aber natürlich zu einer speziellen Einheit wie den Bogenschützen möchte, braucht man natürlich einen Bogen samt Pfeile, aber das dürfte wohl jedem selbst klar sein.
Damit es nicht dutzende unterschiedliche Truppentypen existieren, haben wir uns auf einige geeinigt, die von den meisten Mitspielern als gut befunden wurden. Näheres kannst du unter "Armee" finden.